Ein deutscher Poststempel auf einer dänischen Briefmarke? Damit kann man sogar einen gestandenen Postler verblüffen.
Diese „Rarität“ ist wirklich einmalig und sie gibt es nur auf dem neuen Fährschiff „SyltExpress“. Die moderne Doppelendfähre, die den Sylter Hafen List mit der dänischen Insel Romo verbindet, hat eine eigene Poststelle – natürlich mit den entsprechenden Schiffspoststempeln. Der Zahlmeister an Bord der Fähre ist als „Postoffizier“ dafür verantwortlich, dass die Post ordnungsgemäß nach den Bestimmungen der Deutschen Post AG bearbeitet wird.
MF „SyltExpress“ mit deutsch-dänischer Poststelle
Nur sehr wenige deutsche Schiffe dürfen die an Bord abgegeben Briefe und Postkarten selbständig postalisch behandeln. Die Syltfähre ist eines davon. Die Passagierpost stempelt der Postoffizier mit einem Schiffspoststempel ab und entwertet damit die Briefmarken, wie bei einer normalen Postfiliale an Land. Der Stempel trägt die Inschrift „Deutsche Schiffspost“ sowohl auf Deutsch als auch auf Dänisch – und das ist einmalig in ganz Deutschland. Je nach dem, ob die Post auf dem Weg von List nach Havneby oder auf dem Rückweg abgegeben wird, kommt der entsprechende Schiffspoststempel zum Einsatz. Dabei ist es ganz egal, ob die Postkarte eine deutsche oder eine dänische Briefmarke hat. Auf der neuen Fähre werden beide Varianten akzeptiert. Grundlage für die ungewöhnliche Regelung ist eine uralte Vereinbarung zwischen den Postverwaltungen beider Länder, die nur auf Hochseefährschiffen gilt.
Schöner können Urlaubsgrüße gar nicht ausfallen – der lästige Grußtext wird zur Nebensache! Und das Abstempeln ist völlig kostenlos.


